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Das namenlose Haus

Ein Gedicht über ein Haus der Entscheidungen und dessen Zukunft, seine Auswirkungen und Hinterlassenschaften. Chemnitz. Juli 2018.

Das namenlose Haus

Verlassen steht es im Schatten längst vergangener Tage.
Und wie grüne Schlangen rankt sich die Zeit an ihm empor.
Zerbrochen und dem Staub ergeben,
ragt stumpf aus Glas das Dach hervor.

Kaum Licht durchdringt den Mantel aus so vielen stillen Jahren.
Keine lauten Stimmen mehr, in Sälen die für eifrig Wort erbaut.
Und jeder Stuhl, gleichwohl der Werte,
ist längst vergessen und verstaubt.

Ein Sonnenstrahl scheint durch das Fenster,
was wie die Tür zur Freiheit scheint.
Dort, fern des leeren Ortes, erblüht die Welt in voller Pracht.
Fernab von menschlichen Versprechen,
lebt sie von dem, was sie erdacht.

Auf wild geschlungenen Pfaden laufen Menschen durch die Welt.
Bewusst der stets verpassten Chancen,
Den Blick dem eigenen Tun voraus.
Und von neuen entstehen Welten,
doch nicht im namenlosen Haus.

cp

Foto: depositphotos.com
„Unkreatives“

 

Alle Rechte bei Carsten Pohl Chemnitz, 2018
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Dichtzeit - von Carsten Pohl

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