Wintergedicht „Der Fall Flocke“ aus dem Gedichtband „Was für ein Jahr!“, in dem eine Schneeflocke mit ihrer größten Angst kämpft. Dezember 2015, Chemnitz.

Der Fall Flocke

In einer Wolke in der Hocke
kauert eine kleine Flocke.
Sie zittert stark am ganzen Leib,
wozu sie nicht die Kälte treibt.
Sie soll zum ersten Mal erleben,
als Flocke durch die Luft zu schweben.
Sie darf sogar die Erste sein,
und schweben soll sie nicht allein!

Doch keiner hat sie je gefragt,
das wurde ihr einfach gesagt.
Man hat sie gar nicht angehört,
ob sie daran vielleicht was stört!

Weil es nicht los geht, fangen die Flocken
hinter ihr schon an zu bocken.

„Ja kann das denn die Höhe sein?!
Ich müsste hier ganz vorne sein!“

„Warum stürzt die faule Socke
nicht zur Erde wie ne Flocke?!“

Der Grund dafür ist recht banal
und für die Flocke echt `ne Qual.
Je höher die Wolke, umso doller
wird bei ihr der Höhenkoller.
Das war schon immer ein Problem,
vor allem beim hinunter sehen!

Und drum sitzt die kleine Flocke
zitternd, ängstlich in der Hocke.
Malt sich schon das Schlimmste aus,
schaut sie übern Rand hinaus.

Doch so ist es in den Wolken:
Eine hüpft, die anderen folgen.
Und so lang das nicht geschehen,
werden wir vom Schnee nichts sehen.
Da hilft nur Warten und auch hoffen,
dass die da oben sich nicht zoffen.
Und sie nach Diskussion und Reden,
der Flocke einen Schubser geben.
Damit sie schließlich unerwartet,
als Schnee auf unsere Erde startet!

cp

Alle Rechte bei Carsten Pohl Chemnitz, 2015 – 2017
Copyright © Carsten Pohl 2015 – 2017
Keine Verwendung und Vervielfältigung des Textes ohne meine Zustimmung!

Aus dem Gedichtband "Was für ein Jahr!" !

Noch kein Geschenk?

Wie wäre es dann, mit noch mehr lustigen Gedichten rund um Jahreszeiten und Feste. Im Gedichtband „Was für ein Jahr“ gibt es davon noch eine ganze Reihe weiterer, witziger Ereignisse und Geschichten.