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Etwas fehlt

Das Gedicht “Etwas fehlt“, über die Zeit, als Kinder noch die Straßen, Wiesen und Höfe belebten und das Abenteuer nur draußen zu finden war. Carsten Pohl. Chemnitz.

Etwas fehlt

Die Töpfe sind leise und achtlos daneben,
liegt ein Löffel aus Holz. Keiner bringt ihn zum Leben.
Das Gras auf den Wiesen ist hoch wie noch nie.
Kein Ball mehr der rollt, keine Wunde am Knie.

Man kann nichts mehr sehen, es blendet zu sehr.
In der Wohnung ein Flimmern, es wird immer mehr.
Die Räume erhellt von Farben und Licht,
doch die Sonne da draußen kennt kein Kindergesicht.

Hinterm Haus und im Hof ist alles versteckt,
doch es gibt keinen der sucht und niemand erschrickt.
Alle Decken liegen gewaschen zu Haus,
keiner nimmt sie mehr auf die Wiesen hinaus.

Man kann nichts mehr hören, kein frohes Gelächter.
Nur noch piepsende Töne und besorgte Wächter.
Hoch in den Bäumen, nur noch Blätter und Licht,
doch die Sonne da draußen kennt kein Kindergesicht.

Einst wurden die Höhlen noch draußen gebaut,
doch nun wird aus ihnen nach draußen geschaut.
Und wenn man viel Glück hat und bei richtigem Licht,
sieht man sogar noch ein Kindergesicht.

cp

 

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Dichtzeit - von Carsten Pohl

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