Herbstgedicht „Herbstgeplänkel“ aus dem Gedichtband „Was für ein Jahr!“, über zwei Blätter die sich streiten. Oktober 2015. Chemnitz. Carsten Pohl

Herbstgeplänkel

Am Birkenast, vor Zorn erregt,
sich ein Blatt im Wind bewegt.
Es war das letzte an dem Zweige,
denn die anderen waren feige.
Auf dass ihr Dasein besser werde,
stürzten sie sich auf die Erde!

Doch nicht das letzte Blatt am Baum,
das hatte noch was zu verdauen.
So rief es wütend und im Fieber
energisch zu dem Ahorn rüber:

„Ahornblatt du feige Sau,
ich komm gleich rüber! Hau dich blau!
Den ganzen lieben Sommer lang
schaust du mich schon blöde an!
Dachtest wohl ich merk das nicht,
wenn du raschelst über mich?!“

Das Ahornblatt, ganz unberührt,
löst sich völlig ungeniert
von des Baumes kahlen Ast
und im Fluge ohne Hast
zeigt es dreist dem Birkenblatt
was es doch für Farben hat.

Das ist jetzt zu viel des Guten!
Das Birkenblatt muss sich nun sputen.
Da ruft es laut: „Du lernst mich kennen!“
und will sich nun vom Aste trennen.

So kennt es auch kein Halten mehr
und rast dem Ahorn hinterher!
Fluchend, schimpfend immer wieder,
fällt es auf die Erde nieder.
Dort angekommen, wird schnell klar,
das Ahornblatt war vor ihm da.
Das gibt natürlich neuen Stoff
für einen ordentlichen Zoff!

Und in des Herbstes schönster Zeit
gibt’s unter Blättern öfters Streit!
Hört Ihr sie rascheln, seit gewiss,
dass wieder wer am streiten ist!

cp

 

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