Wie wichtig es ist seinem inneren Drang zu folgen und den Mut zu haben, wichtige und bewegende Worte zu Papier, oder zur Sprache zu bringen, möchte der PoetrySlam-Text „Lass es heraus!“ verdeutlichen. August 2017. Carsten Pohl. Chemnitz.

Lass es heraus!

Was war das erste Wort? Wann war es und an welchem Ort? Man streitet sich, es ist nicht ganz klar, doch jeder weiß, irgendwann war es da. Irgendwann kam es raus, ganz ungezwungen. Es hat sich bewährt und es ist ihm gelungen, etwas Großes zu schaffen. Dass was wir sind! Auf der ganzen Welt lernt dadurch jedes Kind, es als Werkzeug zu greifen und damit zu wachsen, mit der Sprache zu reifen. Ja, auch in Sachsen!

Wobei dieser Scherz nicht ganz fair ist, sächsisch wird oft verlacht, doch scheinbar hat keiner an Personen gedacht, wie Erich Kästner mit seinem fliegenden Zimmer oder Gert Fröbe und sein goldener Finger.

Sie haben mit Sprache so vieles geschaffen und stellt Euch einmal vor sie hätten es gelassen? Die Bücherwelt verlöre einige wichtige Schätze und der Bond ohne Fröbe wäre doch wirklich das Letzte!

So haben sie, und viele andere, großes geschaffen, haben uns an ihren Gedanken mit teilhaben lassen und die Welt bereichert mit so vielen schönen Dingen. Und das Beste daran: Das kann jedem gelingen! Denn man weiß nie genau, wann es wieder passiert. Wann etwas entsteht was nach draußen gehört. Vielleicht ein Gedicht was du innerlich trägst. Was nur darauf wartet das du es offen legst und es hinausrufst, raus in die Welt, mit dem Risiko das es auch anderen gefällt.

Vielleicht finden deine Worte nicht jedes Ohr, doch stell dir immer das Gegenteil vor, dass sie genau das erreichen wofür du sie erdacht. Das sie ins Ohr gehen und dann Etwas erwacht. Nicht immer sofort, manchmal erst, wenn sie ruhen, wenn sie auf Herzen liegend ihre Arbeit tun und es umarmen, liebkosen, manchmal auch zwicken und immer mehr an Gefühle rücken die sie verstehen, deine Worte. Und dann? Ja dann fangen sie vielleicht eine Reise an und stürzen sich von Ohr zu Ohr und keiner hat dich gewarnt davor, dass sie so schnell reisen, dir fast entgleisen und so viel Schönes erreichen das du beschließt von nun an die Angst zu streichen und über den Tellerrand siehst.

Die Angst ist vielleicht am Anfang noch da. Sie hemmt dich, verfängt sich in deinen Gefühlen und es kommt dir so vor, als wärst du zwischen den Stühlen. Dann nimm dir ein Beil und hau einen Stuhl klein und lass es um Himmels Willen den der Angst sein. Er ist meist nur aus Pressspan, steht nur unnötig rum, denn keiner will drauf sitzen. Mit ihm kippt man nur um.

Sitzt du dann richtig, wirst du schnell sehen: Auf dem richtigen Stuhl kannst du auch stehen. Dann nimmst du Herzensgefühle und Gedankenbegleiter und schenkst sie als Worte an Menschen weiter die ihre Ohren für Dinge gern offenhalten und in Gedanken damit neue Welten gestalten. Die ihre Arme öffnen für jemanden der spricht und mit Mut hinaus tritt ins erhellende Licht.

Man trägt noch so Vieles ungehört rum, vertraut sich nicht selbst und bleibt meist lieber stumm. Aber was wäre, wenn das was da im Herzen liegt in den Ohren der Welt ganz besonders viel wiegt. Was wäre, wenn die geschriebenen Worte Veränderung bringen. Und wenn sie erklingen, berühren und stärken und später Eins werden von solchen Werken, in denen man liest, sich verliert, sich selbst wiedersieht und einfach nur froh ist das es sie gibt.

Solche Werke erblicken nicht einfach das Licht dieser Welt. Kommen nicht vom Band, nur weil sie jemand bestellt. Sie sind mit Worten gefüllt die im Herzen erwachten, mit Dingen belebt die Gefühle erdachten. Sie erblickten das Licht, wie erste Wörter die Welt. Ungeachtet dessen, ob es jedem gefällt. Und noch heute läuft es darauf hinaus: Wenn deine Worte bewegen, dann lass sie heraus!

cp

 

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Lass es heraus - Jetzt in Audio und bunt!

von Carsten Pohl | Lass es heraus