Ein Gedicht, oder kleiner PoetrySlam, in jedem Fall ein Text über die Liebe eines Vaters zu seinem Sohn. August 2017. Chemnitz. Carsten Pohl.

Sohn

Ich liebe ihn
Weil er mich zur Weißglut bringt
Weil er des Öfteren singt
Und dabei seinen Träumen nachhängt
Den Alltag verdrängt und nicht versteht
Warum man nicht so durch die graue Welt geht

Ich liebe ihn
Weil er mich in seinem Tun kopiert
Mir mit Leichtigkeit vor Augen führt
Wie ernst ich die Welt manchmal nehme
Anstatt das ich mich zurück lehne
Und manche Dinge einfach abnicke

Ich liebe ihn
Weil die Ordnung für ihn sein Chaos ist
Er das Aufräumen und die Hausaufgaben vergisst
Um wieder zu singen und zu träumen
Um einfach nicht zu versäumen
Ein Kind zu sein
Ganz ohne Hilfe und für sich allein

Ich liebe ihn
Weil er mich Papa nennt
Weil er auch im Streit erkennt
Das ich das Beste für ihn will
Auch wenn ich laut bin und er still
Und ich ihm Standpauken halte
Weil alles wieder passt, wenn ich abends das Licht ausschalte.
Weil er dann wieder träumt
Den Ärger vergisst und nicht versäumt
Ein Kind zu sein.

Ich liebe ihn
Weil er mich manchmal zur Weißglut bringt
Seine Tollpatschigkeit übersingt
Und es trotzdem gut macht
Denn ich gebe acht
Das er unbeschwert sein kann
Und Erwachsen
Irgendwann

cp

 

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