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Spaziergang zwischen den Jahren

Ein kleiner PoetrySlam, mit dem Titel “Spaziergang zwischen den Jahren“, über den Übergang von einem Jahr ins nächste, guten Vorsätzen und dem Abwerfen von alten Sorgen. Dezember 2017.

Spaziergang zwischen den Jahren

Komm mit, lass uns gehen. Bleib nicht stehen, um zu sehen, was Vergangenheit ist. Du wirst noch oft genug zurückschauen, wenn du älter bist, doch dafür ist noch Zeit. Sei lieber zum Jetzt bereit und zu dem was vor dir liegt und noch nicht so schwer wiegt, weil es federleicht in deiner Vorstellung wächst und zum Vorhaben reift, damit dein Verstand danach greift und es ins Leben schickt und so Stück für Stück deine neue Zukunft strickt.

Komm, lass uns gehen und du wirst sehen, dass es einfacher wird, dass sich keiner verirrt und zur Brücke findet, unter der sich der Fluss wie eine zischende Schlange windet. Und dann fütterst du sie mit deinen falschen Entscheidungen und sie wird sie verschlingen, damit du wieder singen, an statt weinen kannst, damit du wieder spazieren kannst und nicht mehr zu schleppen brauchst.

Komm, lass uns gehen, denn wir wollen nicht stehen. Wir wollen Ballast in der alten Zeit lassen und einen Palast in der neuen bauen. Und andere werden ihren Augen nicht trauen, wenn wir vom hohen Balkon winken und sie rauf bitten, alle Türen sperrangelweit offen und festlich geschmückt, damit jede Freundschaft von neuem glückt und nicht untergeht. Nicht verweht und zur falschen Entscheidung wird. Sie sollen zu Liedern werden, die erklingen, wenn wir erneut des Weges spazieren und singen.

cp

 

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Dichtzeit - von Carsten Pohl

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