Tümpelgerünpel

Das Gedicht “Tümpelgerümpel” über den kleinen Frosch Ferdinand, der mit den Vorurteilen der Tiere zu kämpfen hat. November 2017. Chemnitz. Carsten Pohl

Tümpelgerümpel

Frosch Ferdinand war wohl bekannt
in seinem Tümpel und an Land,
Denn er quakte wie kein zweiter
aus voller Brust und immer heiter.

Ferdinand war schon  ein Star,
seine Solos wunderbar!
Viele Tiere aus dem Walde
kamen, wenn sein Laut erschallte.

Familie Reh und Opa Bär,
der Fuchs kam und noch viele mehr.
Jeder, weil er’s gern erlebte,
wenn Ferdinand die Backen blähte.

Doch in einer trüben Nacht
war „Ferdi“ um den Schlaf gebracht.
Ein fürchterlicher Chor erklang,
bei dem des Frosches Brille sprang.

„Ferdi“ hüpfte voller Hast,
hin zur akustischen Last.
Da musste er schnell gegenlenken,
was sollten sonst die Tiere denken.

An seinem Tümpel saßen Kröten!
Fünf gemeine, braune Tröten!
Sie wurden nicht des Störens müde,
quakten laut und ziemlich rüde!

Ferdinand war nicht zu halten,
unterbrach die fünf Gestalten:
„Was quakt ihr hier, ihr Klanggerümpel?
Habt ihr keinen eigenen Tümpel?“

„Wir gehen hier so schnell nicht fort,
Wir wollen den Wald als Krötenort!
Wir Kröten sind die einzig Wahren!
Von anderen Tieren drohen Gefahren!

Drum quaken wir so laut wir können,
damit die Andern eilig rennen
und für immer und in Massen,
unseren schönen Wald verlassen!“

Vorsichtig und Schritt für Schritt
wich Ferdinand nun leis’ zurück,
„Die sind doch nicht mehr ganz bei Sinnen!
Ob alle Kröten so sehr spinnen?“.

Am nächsten Morgen, nach dem Krach,
war Ferdinand ganz zeitig wach.
Er hüpfte schnell zum Tümpel runter
und quakte klar und wieder munter.

Schon gleich begann ein großes Leben,
die Tiere wollten was erleben.
Von nah und fern kam angerannt,
die Fangemeinde „Ferdinand“.

Doch plötzlich klangen nicht so schöne,
ganz gemeine, simple Töne.
Von fünf Kröten an der Zahl.
Für alle war das eine Qual!

Ferdinand versuchte weiter
laut zu singen und blieb heiter.
Doch diesmal gab es keinen Applaus,
die Tiere pfiffen „Ferdi“ aus.

Jeder drehte ihm den Rücken,
keiner war mehr zu entzücken.
Der Bär meinte ganz unbedacht:
„Von dir hätten wir das nicht gedacht!“.

Alle gingen, keiner blieb.
Frosch Ferdinand war unbeliebt.
Obwohl er doch nur Gutes dachte
und nie was mit den Kröten machte!

Tage lang blieb „Ferdi“ still,
„Wenn keiner mich mehr hören will,
dann bleib ich eben ruhig hier sitzen
und versteck mich in den Ritzen.“ .

Und die alte Krötenmeute
verscheuchte Tiere und die Freude,
doch der Fuchs kam zu dem Frosch
bevor die Sonne ganz erlosch.

„Hey Ferdinand, mach dich nicht nieder,
sing morgen wieder deine Lieder!
Manches braucht halt seine Zeit,
bis jeder zum Verstehen bereit.“

Das ließ er sich nicht zweimal sagen,
von wegen „Ferdi Frosch“ verjagen!
Er war ein Star, jetzt kam er raus,
jetzt war’s mit dem gekröte aus!

An diesem Abend, ungelogen,
ist „Ferdi“ noch schnell umgezogen.
Er packte ohne groß Gewinsel
und zog im Tümpel auf ’ne Insel.

Von dort aus stand er jeden Tag,
von früh bis späten Nachmittag
und ließ die schönsten Töne klingen,
als würden Waldeselfen singen.

Der Fuchs lauschte von Anfang an,
dann kamen andere Tiere ran.
Der Hase, Mäuse und der Bär,
es wurden Tag um Tag noch mehr.

Auf die braunen Krötentröten
wollte keiner mehr was geben,
die verschwanden in der Nacht
und keiner hat mehr dran gedacht.

Frosch Ferdinand der kam groß raus.
Von allen Seiten kam Applaus,
weil er an alle Tiere dachte
und ihnen damit Freude machte.

cp

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