Das Gedicht „Verwandelt“, über die Personen die hinter den Masken und Kostümen stecken. Oktober 2017. Carsten Pohl. Chemnitz.

Verwandelt

Diese Zeiten im Jahr, in denen wir Masken tragen,
in denen wir uns in Kostümen auf die Straßen wagen.
Verwandelt in Tiere und verrückte Gestalten, 
bleibt für diese Momente einfach nichts mehr beim Alten.
Ausgelassen wird mit fesselnden Normen gebrochen
und hinter der Maske bleiben alte Marotten.

Ein Mann, der treu wie ein Hund,
im Leben nie beißt und nicht bellt,
der es genießt und dem es ganz besonders gefällt,
sich als Werwolf zu zeigen, ganz ohne Manieren,
um das Leben ohne Leine einmal auszuprobieren.

Das schüchterne Fräulein, welches plötzlich laut lacht,
weil sie als böse Hexe alles Mögliche macht,
an Dingen, denen sie in ihrem bisherigen Leben,
nur in Gedanken hat Platz gegeben.

Graf Dracula, den es dürstet nach Blut,
dem die Gesellschaft der Damen ganz besonders gut tut,
hat sonst immer zu kämpfen, um die Miete zu zahlen
und beim Flirten mit Frauen entsetzliche Qualen.

Es gibt diese Zeiten, die geben uns Halt,
obwohl auf der Party das Gelächter laut schallt.
Es sind diese Zeiten, wo wir uns kurz nicht verstecken,
wo wir hervor treten aus gesellschaftlichen Ecken.
In denen wir mehr vom Inneren zeigen
und uns mitreißen lassen in einen ehrlichen Reigen.

Manchmal lohnt es, die Masken nicht fallen zu lassen,
sonst fängt etwas an innerlich zu verblassen.
Etwas das dem Herzen hat Schwung gegeben,
etwas was Halt gibt im eigenen Leben.
Auch wenn deine Maske längst keiner mehr sieht:
Sei Hexe oder Werwolf. Was auch immer du liebst!

cp

 

Alle Rechte bei Carsten Pohl Chemnitz, 2017
Copyright © Carsten Pohl 2017

error: Dieser Inhalt ist geschützt!